Posts Tagged ‘Therapie’
Wednesday, January 11th, 2012
Meine beiden Therapiehunde “Good Boy John” und “Frieda von Toronto” haben in der Schlaganfall Therapie gelernt, sich schräg links oder rechts neben den Patienten zu setzen. So können sie von Patienten, die einen visuellen Neglect oder eine Hemianopsie haben, besser gesehen werden und sind keine Stolperfallen. Auch bei Patienten mit einer stark ausgeprägten Sprachstörung, einer Aphasie, bietet sich das versetzte Sitzen an. Dann kann der Hund die Lippenbewegungen des Patienten sehen und diesem seine Wünsche buchstäblich “von den Lippen ablesen”.
Bei der offiziellen Begleithundeprüfung wird eine andere Ausführung verlangt. Bei der korrekten Befolgung des Kommandos “Sitz” in dieser Prüfung soll sich der Hund parallel zum Hundeführer auf der linken Seite auf Kniehöhe hinsetzen, beide Vorderpfoten auf dem Boden, in aufrechter Haltung. Dummerweise muss ich als Therapeutin, die sich mit ihren Hunden in der Schlaganfall Therapie spezialisiert hat, meinen Hunden dann, wenn sie endlich in der Therapie korrekt schräg sitzen, noch die konventionelle Form des korrekten “Sitz bei Fuß” beibringen.
Um diesen Spagat zwischen begründeten Ausbildungsbausteinen aus der Schutzhundeausbildung und sinnvoller therapeutischer Vorgehensweise in der tiergestützten Aktivitäts-Therapie mit Hund um diesen Punkt zu erweitern, habe ich begonnen, das für uns unwichtige “Sitz bei Fuß” nur in isolierten Situationen im Hundesportverein oder Zuhause zu üben. Zum Beispiel lasse ich den Hund am Ende des morgendlichen Spaziergangs ca. 2 Meter vor der Haustüre sitzen. Dann öffne ich die Türe auf 90 Grad. Sie öffnet sich nach innen links. Dann gehe ich zum Hund zurück, nehme die Leine locker auf, warte, sage “Geh Fuß” und gehe mit dem Hund (kleine Rasse) ca. 30 cm von der Tür entfernt einen bis zwei Schritte in die Diele hinein. Dort bleibe ich stehen mit “Sitz Fuß”. Obwohl der Hund sich anfangs bemüht, das bisher für ihn richtige schräge Sitzen auszuführen, versteht er mit Lob und Leckerchen bald, das er in dieser Situation anders sitzen soll. Der schmale Durchgang zwischen Tür und Mensch macht es ihm leichter, das parallele Sitzen zu lernen.
Während der Therapien lasse ich den Hund allerdings weiter in der gewohnten Weise schräg sitzen. Dort darf er auch sein Gewicht verlagern, das Geschehen durch Kopfdrehung gut beobachten, sich ihm zuwenden und die linke oder rechte Pfote vom Boden abheben. Und falls ein Patient ungeübt im Rangieren mit dem Rollstuhl ist oder ihm eine Gehstütze hinfällt, darf und soll der Hund an die Seite gehen oder sich in Sicherheit bringen, ohne erst mein Kommando abzuwarten. Auf diese Weise können sich Patient, Therapeut und der vierbeinige Co-Therapeut gut aufeinander einstellen und sinnvoll miteinander arbeiten.
Tags: Aktivitäts-Therapie mit Hund, Aphasie, Begleithundeprüfung, Co-Therapeut, Gehstütze, Hemianopsie, korrekter Sitz, Neglect, Rollstuhl, Schlaganfall Therapie, Sitz, Sitz bei Fuß, Sitz in der Therapie, Sprachstörung, Therapeut, Therapie, therapie mit hund Posted in Der Therapiehund in Klinik und Praxis, Training Therapiehunde Neurologie | No Comments »
Wednesday, November 9th, 2011
Wer ein gesundes Herz behalten oder einen weiteren Herzinfarkt verhindern möchte, hat in dem Buch “Die Havelhöher Herzschule” einen hilfreichen und anregenden Ratgeber.
Auf sehr einfühlsame Weise wird der Beginn einer bemerkenswerten Lebensstilveränderung beschrieben, die vom Team der Havelhöher Herzschule in Berlin entwickelt wurde und auch den gesunden Leser dazu einlädt, sich seine Gesundheit auf natürliche Weise zu erhalten. Das Buch eignet sich auch gut als Geschenk für Herzpatienten und ihre Angehörigen. Es vermittelt verständlich alles Wissenswerte in Sachen Herzgesundheit und Infarktprophylaxe. Herausgegeben wird es von Annette Bopp, Andreas Fried und Ursula Friedenstab. ISBN 978-3-7725-5043-0, aethera-Verlag,19,90 Euro in Deutschland.
Mit den besten Empfehlungen von Ihrem Therapie & Terrier Team aus Wiesbaden.
Tags: Andreas Fried, Annette Bobb, Berlin, Buch, Havelhöher Herzschule, Herzinfarkt, Herzpatienten, Ratgeber, Therapie, Ursula Friedenstab Posted in Für Sie gelesen | No Comments »
Monday, November 10th, 2008
Gestern schrieb ein junger Mann. Er war verzweifelt, weil die rechte Seite seiner Mutter nach einem Schlaganfall gelähmt ist. Offenbar fühlte er sich hilflos. Er wußte nicht, wie er seiner Mutter in dieser Situation weiterhelfen kann.
So wie ihm geht es vielen Kindern oder Partnern. Sie würden gerne helfen, wissen aber nicht, wie sie es machen sollen. Mein Rat ist in diesem Fall: Den Arzt oder die Pflegekräfte nach den Namen und den Telefonnummern der Therapeuten aus der Physiotherapie oder der Ergotherapie fragen. Dann möglichst bald mit diesen einen Termin mit der erkrankten Mutter vereinbaren. Dabei kann Ihnen der Therapeut oft schon Übungsteile zeigen, die Sie gemeinsam mit Ihrer Mutter bei den Besuchen wiederholen können.
Wenn ein Angehöriger so in den Heilungsprozess mit einbezogen wird, ist dies eine gute Grundlage für eine möglichst erfolgreiche Therapie nach dem Schlaganfall.
Ricarda Alexander
Ergotherapeutin Neurologie, Tiergestützte Therapie und Pädagogik
Tags: Klinik, Schlaganfall, Therapie Posted in Aktuelles | No Comments »
Wednesday, November 5th, 2008
Nach unserer Erfahrung sollte bei der Schlaganfall-Therapie auch berücksichtigt werden, daß der Patient neben den funktionellen motorischen Störungen, Sprach- und Schluckstörungen, auch eine Vielzahl an kognitiven und psychoemotionalen Beeinträchtigungen durchlebt. Diese können sich möglicherweise in einer Depression manifestieren.
Dazu die Fortsetzung des Vortrags "Die erschöpfte Seele - Wege aus der Depression":
…… Als Symptome nannte Dr. Jung neben Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken auch Appetit- und Schlafstörungen, Freudlosigkeit, Ängste und nicht selten auch Verwahrlosung, wenn Betroffene beispielsweise ihren Haushalt vernachlässigen oder sich die Zähne nicht mehr putzen. Als besonders problematisch wertete der Referent die Tatsache, dass die Umgebung des Betroffenen die Depression oft nicht als solche erkenne und sich die Krankheit durch falsche Reaktionen von Angehörigen und Mitmenschen noch verstärke. Häufig werden auch Beziehungen gestört. "Eine Depression kann wie Salzsäure eine Beziehung auffressen", sagte der Referent.
Depressionen können in drei Arten unterschieden werden. Neben der "somatogenen Depression", die auf eine körperliche Erkrankung wie Diabetes, Asthma oder Herzprobleme zurückzuführen sei, nannte der Referent die "endogene Depression". Diese beschrieb er als reine Hirnfunktionsstörung, die oft von der Umgebung nicht erkannt werde und sich in verschiedenen Ausprägungen äußere, wie in Suchtverhalten nach bestimmten Verhaltensmustern, Tätigkeiten oder Gegenständen, wie zum Beispiel chronischer Verspätung, Strickwut oder übersteigerter Autobegeisterung.
Die häufigste Form der Depression sei jedoch die "reaktive Depression", die eine Reaktion auf äußere Umstände und die Überforderung damit darstellt. Häufig seien auch nicht verarbeitete und verdrängte Erlebnisse als Ursache zu werten. …..
Fortsetzung folgt
Tags: Depression, Schlaganfall, Therapie Posted in Aktuelles | No Comments »
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