Die Therapie mit der Hilfe von Tieren gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es nicht daraum, traditionelle Therapien auszurangieren. Vielmehr werden mit Hilfe von fachlich geeigneten Mensch-Tier-Teams andere Behandlungsformen wirksam unterstützt. Dies kann in der Schlaganfall Therapie mit einem Hund auf drei Ebenen geschehen:
1. der körperlichen Ebene durch Erhalt und Verbesserung von Beweglichkeit und Ausdauer, Entwicklung von Sensibiltät, Handgeschicklichkeit und grobmotorischen Fähigkeiten,
2. auf der kognitiven Ebene durch Erhalt und Verbesserung von Konzentration, Aufmerksamkeit, Orientierung, Gedächtnis, Halbseitenaufmerksamkeit und Handlungsplanung im persönlichen Umfeld,
3. auf der psychischen Ebene durch Begleitung in der Krankheitsverarbeitung, Ausprobieren neuer Wege, Förderung der emotionalen Stabilität, Verantwortungsbewusstsein und persönlichen Interessenverwirklichung.
Diese Punkte gelten nicht nur für die ergänzende Behandlung in der Schlaganfall-Therapie, sondern ebenso für die vielen Menschen, die durch das Zusammenleben mit einem Tier eine besondere Form der Lebensqualität erleben. Der Dachverband aller Organisationen, die sich mit der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung befassen ist die IAHAIO. Nach den Deklarationen (Dachverband 1/3) sind hier die Resolutionen zu diesem Thema.
Resolutionen
IAHAIO appelliert an alle zuständigen internationalen Körperschaften und nationalen Regierungen:
1. Das universelle, diskriminierungsfreie Recht auf Heimtierhaltung anzuerkennen, überall dort, wo vernünftige Bedingungen dafür gegeben sind, unter der Voraussetzung, dass die Tierhaltung artgerecht erfolgt und die Rechte von Nichttierhaltern dadurch nicht beeinträchtigt werden.
2. Sicherzustellen, dass bei der Planung und Gestaltung des menschlichen Lebensraums auf die Bedürfnisse von Heimtieren und deren Haltern Rücksicht genommen wird.
3. Die geordnete Präsenz von Heimtieren in Schulen und Lehrplänen zu fördern sowie Lehrern und Erziehern in entsprechenden Ausbildungsprogrammen den Nutzen dieser Präsenz zu vermitteln.
4. Heimtieren den kontrollierten Zugang zu Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen sowie anderen Institutionen zu ermöglichen, in denen pflegebedürftige Mensche jeden Alters von solchen Kontakten profitieren können.
5. Die therapeutische Funktion von Tieren, die speziell für die Unterstützung und Rehabilitation von Behinderten ausgebildet sind, offiziell anzuerkennen. Programme zu fördern, die solche Tiere ausbilden, und sicherstellen, dass der richtige Einsatz dieser Tiere in den Ausbildungsprogrammen für Gesundheits- und Sozialberufe gelehrt wird.
Die Resolutionen sind entnommen dem Buch “Mit Tieren leben im Alter” von Gäng und Turner, Gerontologische Reihe im Reinhardt Verlag.
Mit freundlichem Gruß
Ricarda Alexander
Aktivitäts-Therapie mit Hund nach dem Schlaganfall