Therapie Blog           Telefon 0173 - 23 23 327           info@therapieterrier.com

Posts Tagged ‘Schlaganfall’

Depression - Überforderung 3

Thursday, November 6th, 2008

Für Männer und Frauen nach einem Schlaganfall kann sich als Folge eine Depression aufbauen. Dies gilt ebenso für die Angehörigen. Zu diesem Thema hier der letzte Teil des Artikels des Kitzinger Anzeigers über die "Fachtage Kompetenz für Depression" vom 23.10.2008:

Dr. Jung benannte im Lauf seines Vortrages auch eigene Probleme. So habe der in Konstanz geborene Sohn einer alleinerziehenden Mutter und einstiger Schüler eines Jesuiten-Internats beispielsweise selbst an einer Eßstörung gelitten und neurotische Muster wie häufige Selbstzweifel gezeigt.

"Es ist kein Zufall, dass ich Therapeut bin", sagte der Referent und riet zum verantwortungsvollen Einsatz von Psychopharmaka in Verbindung mit Psychotherapie. Abschließend machte er den Zuhörern Mut: "Die Depression ist ein seelischer Winter. Wo ein Winter ist, gibt es auch einen Sommer." ….. (Ende des Zitats)

Nach unserer Erfahrung zeigen manche Schlaganfall-Patienten und / oder deren Angehörige häufig eine anhaltende depressive Lebenseinstellung. Dann ist es auch für erfahrene Sprachheiltherapeuten, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten schwierig, mit dem Patienten neue Stufen der persönlichen Selbständigkeit zu erarbeiten. In solchen Fällen kann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Neurologen und Psychotherapeuten eine wertvolle Unterstützung der handlungsorientierten Therapien bedeuten.

Mit freundlichem Gruß

Ihre Ricarda Alexander

Ergotherapeutin, Tiergestützte Therapie und Pädagogik

Depression - Überforderung 2

Wednesday, November 5th, 2008

Nach unserer Erfahrung sollte bei der Schlaganfall-Therapie auch berücksichtigt werden, daß der Patient neben den funktionellen motorischen Störungen, Sprach- und Schluckstörungen, auch eine Vielzahl an kognitiven und psychoemotionalen Beeinträchtigungen durchlebt. Diese können sich möglicherweise in einer Depression manifestieren.

Dazu die Fortsetzung des Vortrags "Die erschöpfte Seele - Wege aus der Depression":

…… Als Symptome nannte Dr. Jung neben Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken auch Appetit- und Schlafstörungen, Freudlosigkeit, Ängste und nicht selten auch Verwahrlosung, wenn Betroffene beispielsweise ihren Haushalt vernachlässigen oder sich die Zähne nicht mehr putzen. Als besonders problematisch wertete der Referent die Tatsache, dass die Umgebung des Betroffenen die Depression oft nicht als solche erkenne und sich die Krankheit durch falsche Reaktionen von Angehörigen und Mitmenschen noch verstärke. Häufig werden auch Beziehungen gestört. "Eine Depression kann wie Salzsäure eine Beziehung auffressen", sagte der Referent.

Depressionen können in drei Arten unterschieden werden. Neben der "somatogenen Depression", die auf eine körperliche Erkrankung wie Diabetes, Asthma oder Herzprobleme zurückzuführen sei, nannte der Referent die "endogene Depression". Diese beschrieb er als reine Hirnfunktionsstörung, die oft von der Umgebung nicht erkannt werde und sich in verschiedenen Ausprägungen äußere, wie in Suchtverhalten nach bestimmten Verhaltensmustern, Tätigkeiten oder Gegenständen, wie zum Beispiel chronischer Verspätung, Strickwut oder übersteigerter Autobegeisterung.

Die häufigste Form der Depression sei jedoch die "reaktive Depression", die eine Reaktion auf äußere Umstände und die Überforderung damit darstellt. Häufig seien auch nicht verarbeitete und verdrängte Erlebnisse als Ursache zu werten. …..

Fortsetzung folgt

Depression - Antwort auf Überforderung

Tuesday, November 4th, 2008

Jeder Mensch kann nach besonders schwere Herausforderungen in seinem Leben eine Depression entwickeln. Dazu können auch Betroffene, Partner und Kinder von Menschen mit einem Schlaganfall gehören.

Der Kitzinger Anzeiger berichtete am 23.10.2008 über eine Fachtagung in der Alten Synagoge zu diesem Thema:

Depression: Oft eine Antwort auf Überforderung

"Eine Depression ist in vielen Fällen eine Antwort auf Überforderung und spiegelt soziale Widersprüche und gesellschaftliche Abgründe wider", sagt der Philosoph und Psychotherapeut Dr. phil. Mathias Jung. Im Rahmen der "Fachtage Kompetenz und Depression" referierte er in einem anschaulichen Vortrag zum Thema "Die erschöpfte Seele - Wege aus der Depression" in der vollbesetzten Alten Synagoge.

Dr. Jung machte anhand einiger Fallzahlen auf die Bedeutung des Themas und die unterschiedliche Ausprägung nach Geschlechtern deutlich: So liege in 80 % aller Suizidfälle in Deutschland bei den Betroffenen eine Depression vor. Am häufigsten vom Suizid betroffen sei die Altersgruppe der über 80-jährigen, gefolgt von der zweithäufigsten Gruppe, den Jugendlichen. Auch werde die Selbsttötung dreimal so häufig von Männern ausgeführt als von Frauen. Eine Depression werde dagegen dreimal so häufig bei Frauen diagnostiziert als bei Männern.

Die zeige, dass Frauen tatsächlich als das stärkere Geschlecht bezeichnet werden können, da sie im Gegensatz zu den Männern den Mut hätten, zuzugeben, wenn es ihnen schlecht geht. Den reinen Versuch zum Suizid übten dagegen mehr Frauen als Männer aus, was in den meisten Fällen als Hilferuf zu werten sei.

Das gesellschaftliche Entwicklungen dabei einen großen Einfluß haben, machte der Referent deutlich. So sei beispielsweise in der Gruppe männlicher Langzeitarbeitsloser die Zahl der Suizide sogar um das 20-fache höher als bei Nicht-Arbeitslosen.

Häufig sei eine Depression als Folge schlimmer Erlebnisse ein Stück weit eine "normale" Reaktion, die zeige, dass die Person auf Erlebtes moralisch integer reagiere. ……. So seien körperliche Beschwerden nicht selten Ausdruck der seelischen Befindlichkeit. "Jede Krankheit ist eine codierte Botschaft des Körpers, die sagt: So geht es nicht weiter." …..

Fortsetzung folgt