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Posts Tagged ‘nach dem Schlaganfall’

Gesundes Sitzen

Tuesday, January 12th, 2010

Nach dem Schlaganfall verändert sich bei vielen Betroffenen die Sitzhaltung erheblich und führt oft zu Schädigungen in den einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule und zu einer sogenannten Dysbalance in der Muskeltätigkeit.

Dabei gibt es typische Sitzveränderungen und Haltungsfehler nach dem Schlaganfall. Bei dem einen Betroffenen knickt der Oberkörper auf der geschwächten Körperhälfte zur Seite, bei dem Nächsten wird der Oberkörper weit nach hinten gelehnt, das Gesäß schiebt sich mit ausgestrecktem Bein auf der Stuhlkante weit nach vorne und es entwickelt sich ein Hohlkreuz. Bei einem Anderen kippt der Rumpf nach vorne und er kann sich nur mit Mühe im Gleichgewicht halten.

Durch solche ungewollten Fehlhaltungen werden die Bandscheiben ständig einseitig belastet und es entsteht bald ein muskuläres Ungleichgewicht. Dieses kann langfristig Schmerzen und nachhaltige Schädigungen an der Wirbelsäule hervorrufen, die oft zusätzlich behandelt werden müssen. 

In der Tiergestützten Aktivitäts-Therapie mit Hund wird bei den Schlaganfallpatienten daher auf eine möglichst aufrechte und dynamische Sitzposition im Umgang mit dem Tier geachtet. Dadurch wird die Arbeit des Klienten mit den Physiotherapeuten und Ergotherapeuten zur Verbesserung der Rumpfstabilität begleitend unterstützt, einer orthopädischen Schädigung entgegengewirkt und das ergonomische und gesunde Sitzen gefördert.   

Greifübung mit Zeitung

Thursday, December 3rd, 2009

Nach dem Schlaganfall können viele Betroffene eine Hand nur sehr langsam und mühevoll bewegen. Besonders das Ergreifen von Gegenständen und das Loslassen ist sehr erschwert und muß täglich geübt werden. Ein sehr wirksames Übungsmittel für dieses Eigenprogramm sind die alten Tageszeitungen. Meistens werden sie nach dem Lesen in die Papiertonne geworfen. Vorher können sie noch anders genutzt werden. Mit den einzelnen Seiten kann die durch den Apoplex geschwächte Hand sehr effektive Greifübungen machen.

Dafür wird jede Seite vorher grob in zwei bis vier Teile zerissen und auf einen Stapel gelegt. Anfangs muß dies meistens noch von einer Hilfsperson gemacht werden, später kann es der Betroffene meistens selber machen. Es funktioniert auch, indem er die Zeitung mit dem betroffenen Unterarm festhält und mit der gesunden Hand reißt.

Dann wir das erste Blatt so auf den Tisch gelegt, daß die noch teilweise gelähmte Hand komplett auf dem Papier liegen kann ohne abzurutschen. Nun werden die Finger im Wechsel langsam gebeugt und gestreckt. Das Handgelenk soll dabei so gut es geht, auf dem Papier liegen bleiben.

Nun wird versucht, mit den Fingerspitzen der Übungshand das Zeitungspapier zentimeterweise in Richtung Handgelenk heranzuziehen. Je kräftiger und geschickter die Hand im Verlauf der nächsten Tage und Wochen wird, umso mehr gelingt es, aus dieser Haltung heraus den ersten zusammengeknüllten Papierball zu formen. Je nach Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft kann sich der Übende dann an zwei, fünf, zehn oder mehr Papierbälle pro Tag heranarbeiten.

Der Erfolg dieses Handtrainings wird sich besonders bei einigen wichtigen Bewegungen im Alltag zeigen, wenn beim Ergreifen eines Glases oder beim Öffnen einer Tür die betroffene Hand sicherer benutzt werden kann.