Gesichtsfeld-Training
Sunday, February 7th, 2010Nach dem Schlaganfall bemerken viele Betroffene eine Gesichtsfeld-Störung. Dies bedeutet, dass sie beim Sehen zu einer Seite alles ganz normal erkennen können, zu der anderen Seite aber nur einen Teil. Rollen sie die Augen zu der betroffenen Seite, kann der verschwundene Teil wieder gesehen werden. Dann ist meistens ein Gesichtsfeld-Training nötig.
Bei vielen Patienten baut sich dieses Phänomen im Laufe der Tage und Wochen nach dem Schlaganfall ohne weitere Therapien ab. Andere erhalten bei Neuropsychologen oder Ergotherapeuten gezielte Gesichtsfeld-Übungen. Allerdings hat nicht jeder einen passenden Therapeuten in der Nähe oder die Möglichkeit, solche individuellen Therapien verschrieben zu bekommen.
Dann sollte man auf jeden Fall überlegen, wie man Zuhause selber Gesichtsfeld-Übungen machen kann. Dabei hilft es schon, sich am Eßtisch so hinzusetzen, daß die Hauptblickrichtung zu dem gestörten Gesichtsfeld hin genutzt wird. Wenn auf dieser Seite ein Familienmitglied sitzt, mit dem sich der Betroffene viel unterhält, werden die Augen mit der umliegenden Muskulatur immer wieder dazu angeregt, das verkleinerte Gesichtsfeld mehr zu nutzen und zu erweitern.
Ähnlich kann es beim Fernsehen sein. Anstatt den Sessel in gerader Linie vor dem Bildschirm stehen zu haben, reicht es oft, ihn um wenige Zentimeter nach links oder rechts zu drehen. Dann kann die Augenmuskulatur gedehnt und aktiviert werden. Allerdings sollte Dauer und Ausmaß des Gesichtsfeld-Trainings mit dem behandelnden Neurologen, Augenarzt oder Therapeuten abgestimmt werden, um eine Überlastung zu vermeiden.
