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Sensibilität

sensibilitat1.JPGMöchten Sie wissen, was Sensibilität im neurologischen Bereich bedeutet? Das können Sie durch einen einfachen Selbstversuch selber herausfinden.

Wenn Sie gerade eine Tasse Tee oder Kaffee vor sich stehen haben, dann bewegen sie eine Hand langsam in Richtung Tasse. Kurz bevor Sie sehen, dass die Hand dort angekommen ist, schließen Sie die Augen. Nun berühren sie langsam und sehr vorsichtig die äußere Wand der Tasse, ertasten den oberen Rand, legen Ihre Finger in den Griff, heben die Tasse an und führen diese langsam zum Mund. Haben Sie das problemlos geschafft, kann man davon ausgehen, dass Ihre Oberflächensensibilität und Tiefensensibilität noch oder schon wieder weitgehend in Ordnung ist. Denn Sie konnten spüren, wie Ihre Finger die Tassenwand berührten und wussten sofort, wie die Oberfläche und Materialhärte beschaffen war, wie groß die Rundung war und welche Temperatur der Inhalt der Tasse hatte.

Als sie die Tasse mit geschlossenen Augen zum Mund führten, steuerte Ihr Gehirn gleichzeitig die Griffstärke der Hand und die dazu notwendigen Muskelbewegungen im Bauch, Rücken, Schulter, Oberarm, Unterarm und zu allen Gelenken Ihrer Hand. Ein fehlerfreies Zusammenspiel von Millionen feinster Nervenbahnen und Rezeptoren in der Haut, den Muskeln und in den Gelenken, die in ständigem Austausch mit den „Abteilungsleitern Bereich Sensomotorik“ in dem Großkonzern unseres Gehirns in Verbindung stehen.

Wenn durch einen Schlaganfall diese perfekte Zusammenarbeit in Teilbereichen unterbrochen ist, wirkt sich das immer störend auf das Ganze aus. Dann kann z.B. ein Schweißer nicht schnell genug merken, wenn sich die Hand während der Arbeit öffnet und das Schweißgerät auf den Boden fällt.

Oder ein Autofahrer kann plötzlich das Zusammenspiel von Kupplung und Gaspedal nur noch schnell genug ausführen, wenn er auf einer ruhigen Seitenstraße ohne Ablenkung fährt. Läuft plötzlich ein Kind auf die Straße, reicht möglicherweise weder die Reaktionsschnelligkeit seiner Muskeln noch die Sicherheit seiner Bewegungen aus, um einen schwerwiegenden Unfall zu vermeiden.

Aber es müssen nicht immer die großen Dinge sein – es reicht schon, wenn beim Abtrocknen immer wieder ein Glas aus der Hand fällt oder man sich versehentlich immer wieder schneidet, weil man nicht bemerkt, wo die Gurke zu Ende ist und der Finger beginnt.

Sollten Sie nach einem Schlaganfall solche oder ähnliche Veränderungen bei sich bemerkt haben, melden Sie sich gerne bei uns. In einem Beratungsgespräch über Ihre Möglichkeiten im Rahmen der Aktivitäts-Therapie mit Hund können wir dann gemeinsam die Fakten zusammentragen und danach ein erstes Übungsprogramm mit „Lisa“ oder „Wesley“ vereinbaren. Sie werden überrascht sein, wie viel Freude ein Sensibilitäts-Training auf diese Weise machen kann!

Ihr THERAPIE & TERRIER Team

am Wiehengebirge