Rollstuhl 2
Während ein Schlaganfall-Patient in einer Reha-Klinik ist, wird er im Rahmen der Therapie oft mit Fragen konfrontiert, die für ihn schwer zu beantworten sind. Dazu gehört auch die Überlegung, ob er bei seiner Entlassung einen Leichtgewicht-Rollstuhl, einen Standard-Rollstuhl oder einen Multifunktions-Rollstuhl (auch Lagerungs-Rollstuhl) als Hilfsmittel verordnet bekommt. Für die Hilfsmittelberatung mit der Ergotherapeutin ist es hilfreich, wenn der Betroffene und seine Angehörigen sich schon vorher einige Grundkenntnisse über Rollstühle aneignen konnten.
Der Leichtgewicht-Rollstuhl ist überwiegend für Menschen gedacht, die weitgehend sicher und aktiv mit dem Rollstuhl innerhalb und außerhalb des Hauses fahren. Meistens sind sie schon so weit wieder hergestellt, daß sie mit dem Rollstuhl selber Einkäufe und Arztbesuche oder andere Erledigungen in der näheren Umgebung ausführen können. Oft ist der Betroffene auch schon in der Lage, wieder an seinen Arbeitsplatz zurückzukehren.
Der Standard-Rollstuhl ist für den Benutzer, der teilweise schon wieder kurze Strecken innerhalb und außerhalb des Hauses damit fahren kann. Insgesamt ist er motorisch noch nicht so ausdauernd wie der Fahrer des Leichtgewicht-Rollstuhls. In vielen Fällen ist er durch verschiedene andere Fähigkeitsstörungen in der sicheren Nutzung noch eingeschränkt. Hat der Patient z.B. bei der Entlassung aus der Reha-Klinik noch nicht wieder seine volle Aufmerksamkeitsleistung erreicht und dazu noch eine Gesichtsfeldeinschränkung oder einen Neglect zur betroffenen Seite, wird er mit dem Standard-Rollstuhl das geeignete Hilfsmittel haben. (Einige Anregungen zu den passenden Seitenteilen am Rollstuhl finden Sie unter "Aktuelles" Rollstuhl 1)
Der Multifunktions-Rollstuhl (auch Lagerungs-Rollstuhl) ist für den Patienten sinnvoll, der noch überwiegend liegt oder sich nur mit Hilfe im Sitzen aufrecht halten kann. Für ihn ist dieser Rollstuhl besonders wichtig, da die Rückenlehne und die Fußrasten winkelverstellbar sind. Im Bedarfsfall kann auch ein Modell gewählt werden, bei dem sich der gesamte Stuhl um eine waagerechte Achse bewegen läßt. Dies erleichtert den Angehörigen in vielen Fällen tagsüber das mühsame Verändern der Position des Betroffenen. Bei richtigem Gebrauch kann dem Entstehen von schmerzhaften Dekubitus-Geschwüren entgegengewirkt werden. Außerdem unterstützt dieser Stuhl die Schlaganfall-Therapie in der Physiotherapie und der Ergotherapie durch die indirekte Kontraktur-Prophylaxe.
Individuelle Fragestellungen sollten Sie in jedem Fall schon rechtzeitig mit Ihrer behandelnden Ergotherapeutin beraten, damit pünktlich zum Entlassungstermin der passende Rollstuhl vom Sanitätshaus ausgeliefert werden kann.
Mit freundlichem Gruß
Ricarda Alexander
Ergotherapie Neurologie, Aktivitäts-Therapie mit Hund nach dem Schlaganfall

December 3rd, 2008 at 4:04 am
Für einen pflegenden Anhgehörigen zu Hause muss zum Lagerungs-Rollstuhl
nur bedacht werden, dass er leider auch sehr gross ist, und in einer normalen Wohnung fast nicht genutzt werden kann.
Zudem ist er, erst recht unter den Bedingungen einer Wohnung, schwer zu handhaben.
Dies sollte auf jeden bedacht werden, bevor man sich hierfür entscheidet.