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Depression - Antwort auf Überforderung

   November 4th, 2008

Jeder Mensch kann nach besonders schwere Herausforderungen in seinem Leben eine Depression entwickeln. Dazu können auch Betroffene, Partner und Kinder von Menschen mit einem Schlaganfall gehören.

Der Kitzinger Anzeiger berichtete am 23.10.2008 über eine Fachtagung in der Alten Synagoge zu diesem Thema:

Depression: Oft eine Antwort auf Überforderung

"Eine Depression ist in vielen Fällen eine Antwort auf Überforderung und spiegelt soziale Widersprüche und gesellschaftliche Abgründe wider", sagt der Philosoph und Psychotherapeut Dr. phil. Mathias Jung. Im Rahmen der "Fachtage Kompetenz und Depression" referierte er in einem anschaulichen Vortrag zum Thema "Die erschöpfte Seele - Wege aus der Depression" in der vollbesetzten Alten Synagoge.

Dr. Jung machte anhand einiger Fallzahlen auf die Bedeutung des Themas und die unterschiedliche Ausprägung nach Geschlechtern deutlich: So liege in 80 % aller Suizidfälle in Deutschland bei den Betroffenen eine Depression vor. Am häufigsten vom Suizid betroffen sei die Altersgruppe der über 80-jährigen, gefolgt von der zweithäufigsten Gruppe, den Jugendlichen. Auch werde die Selbsttötung dreimal so häufig von Männern ausgeführt als von Frauen. Eine Depression werde dagegen dreimal so häufig bei Frauen diagnostiziert als bei Männern.

Die zeige, dass Frauen tatsächlich als das stärkere Geschlecht bezeichnet werden können, da sie im Gegensatz zu den Männern den Mut hätten, zuzugeben, wenn es ihnen schlecht geht. Den reinen Versuch zum Suizid übten dagegen mehr Frauen als Männer aus, was in den meisten Fällen als Hilferuf zu werten sei.

Das gesellschaftliche Entwicklungen dabei einen großen Einfluß haben, machte der Referent deutlich. So sei beispielsweise in der Gruppe männlicher Langzeitarbeitsloser die Zahl der Suizide sogar um das 20-fache höher als bei Nicht-Arbeitslosen.

Häufig sei eine Depression als Folge schlimmer Erlebnisse ein Stück weit eine "normale" Reaktion, die zeige, dass die Person auf Erlebtes moralisch integer reagiere. ……. So seien körperliche Beschwerden nicht selten Ausdruck der seelischen Befindlichkeit. "Jede Krankheit ist eine codierte Botschaft des Körpers, die sagt: So geht es nicht weiter." …..

Fortsetzung folgt

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